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Im Sommer in der Höhe trainieren: Die besten Orte in Frankreich für Trailrunning, Radsport und Triathlon

Warum in der Höhe trainieren?

Höhentraining ist eine von Hochleistungssportlern weithin eingesetzte Strategie zur Verbesserung ihrer Leistungen. Ab 1 800 Metern Höhe, der Luftdruck nimmt ab, wodurch die Sauerstoffverfügbarkeit sinkt. Diese Hypoxie regt die natürliche Produktion von Erythropoetin (EPO) an, was zu einer erhöhten Anzahl roter Blutkörperchen und einem höheren Hämoglobingehalt führt. Dadurch werden die Muskeln bei der Rückkehr ins Flachland besser mit Sauerstoff versorgt, mit einer Steigerung der VO₂max und der Ausdauer.

Den Arbeiten von Levine und Stray-Gundersen (1997) zufolge ist die Strategie der "live high - train low" (in der Höhe leben und weiter unten trainieren) ist besonders effektiv, um die physiologischen Anpassungen zu maximieren. Weitere Studien bestätigen, dass Aufenthalte vonmindestens 2 bis 3 Wochen in über 1 800 Metern Höhe sind erforderlich, um signifikante Verbesserungen festzustellen (Ççelik et al., 2016).

Studien zufolge könnte das Gesamtvolumen des Hämoglobins (Hb-Masse) um 3 bis 7 % nach einem 2- bis 4-wöchigen Trainingslager auf >1800 m. Und der Anstieg der VO2max wird auf zwischen 2 bis 5 % nach einem dreiwöchigen Aufenthalt auf 2 000–2 500 m. Außerdem sind eine Verbesserung der aeroben Ausdauer sowie zelluläre und muskuläre Anpassungen festzustellen. 

Wenn Sie ein Höhentrainingslager planen, sind die Ernährung und insbesondere die Ergänzung bestimmter Mikronährstoffe sehr wichtig. Wir empfehlen Ihnen, diesen Artikel zu lesen, um Ihren Aufenthalt optimal vorzubereiten.

Hier finden Sie eine Auswahl der besten französischen Höhenlagen für ein sommerliches Trainingslager, geeignet für Trail-, Radsport- und Triathlonbegeisterte.

Val Thorens (2 300 m) – Savoyen

Quelle: https://www.alpes4ever.com/

Val Thorens ist der höchstgelegene Skiort Europas. Ideal für Höhentrainingslager, bietet er abwechslungsreiche Trail-Strecken, Wanderwege und Zugang zu legendären Pässen für den Radsport. Jeden Sommer finden dort die Val Tho Summit Games statt, eine Trail-Veranstaltung, die Amateure und Elitesportler zusammenbringt.

Vorteile: Optimale Höhenlage, abwechslungsreiches Gelände, Sportveranstaltungen.
Nachteile: Hohe Preise, abgelegene Straßenanbindung.


Isola 2000 (2.010 m) – Alpes-Maritimes

Quelle: https://petit-montagnard.fr/

Isola 2000 liegt im Nationalpark Mercantour und verbindet große Höhen mit mediterranem Klima. Im Sommer ist der Ort weniger besucht und bietet ideale Bedingungen für Aufenthalte von Trailrunnern und Radfahrern. Die umliegenden Bergstraßen sind anspruchsvoll und abwechslungsreich.

Vorteile: Sehr gute Höhenlage, Ruhe, unberührte Natur.
Nachteile: Weniger Infrastruktur, relative Abgeschiedenheit.

 

Tignes (2.100 m) – Savoyen

Quelle: https://www.tignes.net/

Tignes ist eine Referenz für Höhentrainingslager und beherbergt jeden Sommer zahlreiche Profiteams. Außerdem gibt es dort ein Schwimmzentrum für Triathleten, ausgeschilderte Trailrunning-Strecken und direkten Zugang zu legendären Pässen (Col du Petit Saint-Bernard, Col de l'Iseran ...).

Vorteile: Hochwertige Infrastruktur, ideale Höhenlage, sportliche Atmosphäre.
Nachteile: Hohe Preise, hoher Besucherandrang im Sommer.


Font-Romeu (1.800 m) – Pyrénées-Orientales

Quelle: https://www.montagne-vacances.com/

Font-Romeu ist ein renommiertes Trainingszentrum und wird häufig von Olympiasportlern gewählt. Es bietet umfassende Einrichtungen (Schwimmbad, Laufbahn, simulierte Höhenkammer) und eine außergewöhnliche Naturlandschaft für Trailrunning und Radsport.

Vorteile: Hochleistungs-Trainingszentrum, angenehmes Klima, gute Basis für Triathlon.
Nachteile: Höhenlage gerade an der Schwelle, Entfernung zu den großen Verkehrsachsen.


Courchevel (2.000 m) – Savoyen

Quelle: https://www.oxygeneskicollection.com/

Courchevel ist vor allem für sein gehobenes Wintersportangebot bekannt und bietet zudem Höhenwege sowie hochwertige Sporteinrichtungen. Der Ort ist ein hervorragender Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Aktivitäten in den Bergen.

Vorteile: Sportinfrastruktur, ausreichende Höhenlage.
Nachteile: Sehr teurer Ferienort, hoher Touristenandrang.


Alpe d’Huez (1.860 m) – Isère

Quelle: https://www.francebleu.fr/

Als wahre Radsportlegende ist Alpe d’Huez auch ein hervorragender Ausgangspunkt für Trailrunning und Triathlon (Schwimmbad, Seen, Bergstrecken). Der Pic Blanc auf über 3.300 m ermöglicht Training in sehr großen Höhen.

Vorteile: Vielseitigkeit für Trailrunning, Radsport und Triathlon, Zugang zu großen Höhen.
Nachteile: Tourismusort, hohes Besucheraufkommen.


Les Deux Alpes (1.650 bis 2.000 m) – Isère

Quelle: https://www.les2alpes.com/

Die Station liegt rund um 1.800 m und bietet einen guten Kompromiss zwischen Training und Akklimatisierung. Der Gletscher ermöglicht den Zugang zu größeren Höhen, und die Mountainbike- und Trail-Strecken sind anspruchsvoll.

Vorteile: abwechslungsreiches Gelände, Zugang zum Gletscher.
Nachteile: etwas niedrige Ausgangshöhe, technisch anspruchsvolle Wege.

Risoul (1.850 m) – Hautes-Alpes

Quelle: https://www.laprovence.com/

Das etwas weniger bekannte Risoul ist eine ideale Option für Sportler, die Ruhe suchen. Die Umgebung eignet sich für lange Touren mit dem Mountainbike, Trail-Läufe und Radtouren.

Vorteile: Zielhöhe, ruhige Umgebung.
Nachteile: wenig Infrastruktur für Triathleten.


Orcières-Merlette (1.850 m) – Hautes-Alpes

Quelle: https://www.orcieres.com/

Die lebhafte Station mit vielfältigen Infrastrukturen ist Orcières eine gute Wahl für Triathleten und Radsportler und bietet Zugang zu zahlreichen Höhenrunden. Vereine und Verbände organisieren regelmäßig Trainingslager.

Vorteile: sonnige Lage, passende Höhe, familiäre Atmosphäre.
Nachteile: weniger bekannt, eingeschränkte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.


Avoriaz (1.800 m) – Haute-Savoie

Quelle: https://www.valleedaulps.com/

Avoriaz, eine autofreie Station oberhalb von Morzine, ist bei Mountainbikern, Trail-Läufern und Radsportlern für Bergauffahrten beliebt (Col de Joux Plane, Avoriaz-Morzine). Sie bietet eine sehr gute Basis für das Höhentraining mit direktem Zugang zu zahlreichen Strecken.

Vorteile: Trail-/Mountainbike-Zugang, gute Ausgangshöhe.
Nachteile: hoher Andrang, Höhe gerade an der Schwelle.


Chamonix (1.035 m) – Haute-Savoie

Quelle: https://www.terre.tv/

Obwohl Chamonix unterhalb von 1.800 m liegt, ermöglicht der Ort Höhentraining durch den schnellen Zugang zu den umliegenden Hütten und Gipfeln (Aiguille du Midi, Plan de l’Aiguille, Montenvers usw.). Chamonix ist die Welthauptstadt des Trails, mit dem Mont Blanc als Trainingsgelände.

Vorteile: sehr schneller Zugang zur Höhe, hervorragende Trail-Infrastruktur.
Nachteile: zu niedrige Ausgangshöhe für eine passive Anpassung, insbesondere im Juli und August sehr stark besucht.


Fazit: Welche Station sollte man für ein Höhentrainingslager wählen?

Um die Vorteile des Höhentrainings voll auszuschöpfen, wird empfohlen, sich dort aufzuhalten mindestens 2 Wochen oberhalb von 1.800 Metern. Stationen wie Val Thorens, Tignes, Font-Romeu, Isola 2000 oder L’Alpe d’Huez bieten optimale Bedingungen für Trail-Läufer, Radfahrer und Triathleten. Je nach Ihren Zielen, Ihrem Budget und Ihrer Hauptsportart hat jeder dieser Ferienorte seine eigenen Vorzüge, die Ihnen helfen, diesen Sommer einen physiologischen Leistungssprung zu machen.

Übersichtstabelle

Ferienort

Höhenlage

Disziplinen

Wichtige Vorteile

Nachteile

Val Thorens

2300 m

Trail und Radfahren

Große Höhe, Wege, Gletscher in der Nähe

Sehr touristisch, teuer, abgelegen

Isola 2000

2010 m

Trail, Radfahren + Mountainbike

Gute Höhenlage, Blick auf den Mercantour

Wenig Wasserinfrastruktur für Triathleten

Tignes

2100 m

Trail und Radfahren

Gute Infrastruktur, ideale Höhenlage, sportliche Atmosphäre

Hohe Preise, im Sommer stark besucht

Font-Romeu

1800 m

Triathlon, Radfahren, Trail

Hochleistungs-Trainingszentrum, angenehmes Klima, perfekt für Triathlon

Höhenlage gerade an der Schwelle, weit von den Hauptverkehrsachsen entfernt

Courchevel

2000 m

Trail und Radfahren

Gut ausgebaute Zugänge, gute Höhenlage 

Gehobener Ferienort, stark besucht

L’Alpe d’Huez

1880 m

Triathlon, Trail und Radfahren

Mikroklima, ideal für Fahrräder, Trail und Schwimmbad

Touristisch, im Juli und August sehr stark besucht

Les 2 Alpes

1650-

2000 m

Trail, Radfahren + Mountainbike

Technische Wege

Basis etwas zu niedrig

Risoul

1800 m

Radfahren + Mountainbike

Höhenlage, Anstiege für Radfahrer

Begrenzte Infrastruktur

Orcières-Merlette

1850 m

Trail + Mountainbike

Höhenlage in den Écrins

Begrenzte Infrastruktur

Avoriaz

1850 m

Trail, Radfahren + Mountainbike

Gute Höhenlage, Enduro, nahegelegene Pässe

Touristisch, begrenzte Höhenlage

Chamonix

1035 m

Trail 

Sehr schneller Zugang zu den Bergen und zur Höhe, hervorragende Trail-Infrastruktur.

Zu niedrig für eine passive Anpassung und insbesondere im Juli und August sehr stark besucht.


 

Wie wählt man?

  • Höhentraining + Leistungssteigerung: Tignes, Font-Romeu, Val Thorens, Isola 2000, Alpe d’Huez oder Courchevel.

  • Radfahren: Alpe d’Huez, Risoul, Peyragudes, Tignes

  • Mountainbike und technischer Trail: Avoriaz, Les Deux Alpes, Orcière-Merlette

  • Triathlon: See/Schwimmbad + Höhe kombinieren → Font-Romeu oder L’Alpe d’Huez sind weiterhin die vielseitigsten Optionen.


Wissenschaftliche Referenzen

  • Levine BD, Stray-Gundersen J. „Hoch leben – niedrig trainieren: Auswirkungen der Akklimatisierung in mittlerer Höhe mit Training in geringer Höhe auf die Leistungsfähigkeit.“ Journal of Applied Physiology, 1997.

  • Ççelik, P. et al. „Die Auswirkungen des Höhentrainings auf hämatologische Parameter.“ Journal of Human Kinetics, 2016.

Millet GP et al. „Höhen- und Hypoxietraining im Ausdauersport.“ Swiss Medical Weekly, 2010.

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